Mai 2014:

Framus Les Paul S-360 vs.

Gibson Les Paul Custom ´76


Der hinkt doch schon von vornherein, der Vergleich! ... stimmt, da vergleichen wir Äpfel mit Tomaten, oder Mesa Boogie mit Echolette, oder Mercedes 280SE mit Opel Commodore. Aber… warum auch nicht?

 

Der Auto-Vergleich gefällt mir gut, also stellt euch vor, da steht ein alter Bonzen-Benz und ein Opel-Commodore aus den 70ern nebeneinander, um probegefahren zu werden. Ihr habt die Wahl! Die meisten werden gleich mal auf die S-Klasse zusteuern, um sich das Resultat von guter deutscher Ingenieurs-Arbeit und maximaler Qualität auf dem Gaspedal zergehen zu lassen. Das ist hochwertigste Fortbewegung, sänftengleich schmiegt sich der Wagen an die Straße, die Maschine schnurrt gedämpft vor sich hin, während man in kerngefedertem Polster sitzend die Landschaft an sich vorbeigleiten lässt.

Doch nachdem der Tank schnell leer ist, stolpern wir zum Opel hinüber und lassen die Blechtür ins Klapperschloß fallen. Sehen wir uns um: da ist von allem ein bisschen weniger, weniger Pomp und Pös, das Armaturen-Design… naja, sprechen wir nicht vom Design, das Plastik knirscht schon beim Hinschauen… es ist rundum einfach etwas weniger Wohlfühl-Faktor vorhanden. Aber wir sind ja auch nicht zum Spaß hier, also Zündschlüssel herumgehakelt und den rustikalen 6-Zylinder angeschmissen. Den hört und spürt man gleich viel mehr als beim Kollegen vorher, ist aber jetzt nicht unangenehm und passt einfach gut zum schlichten Gesamtbild. Gang rein und losgetuckert, hööö… gar nicht so ohne, die Starrachse ist auch nicht so schlecht in der Kurve, man fühlt sich direkt mit der Straße und dem Umfeld verbunden… keine Frage, auch der Opel hat seinen Charme!

 

Ähnliche Baujahre haben die Gibson Les Paul Custom und Framus Les Paul S-360. Die Amerikanerin ist mit DiMarzios gepimpt, die Framus hatte einen Kopfplatten-Knackser. Nachdem ich beide Kandidatinnen nacheinander auf meiner Hebebühne… äh… Werkbank hatte, schloss ich sie noch am Amp an, und beide Gitarren haben einen Heidenspaß gemacht, jede auf ihre Art. Mit dem Auto-Vergleich von soeben im Kopf schauen wir uns nun die Bilder an…